Abschied für Katja Langenbahn

Der Vorhang für Grimm & Co. ist gefallen

Mit «Der Froschkönig» stand Katja Langenbahn gestern zum letzten Mal auf der TAK-Bühne. Die Grimm & Co.-Serie ist nun zu Ende.
Bettina Stahl-Frick
Bettina Stahl-Frick
Der Froschkönig, Schaan
Zum letzten Mal Grimm & Co. mit Schauspielerin Katja Langenbahn (r.), daneben ihr Sohn Zeno Langenbahn, Regisseurin Jacqueline Beck und ganz links Noah Schädler. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Die Prinzessin war so schön, dass sogar die Sonne staunte, als sie früh morgens in ihr makelloses Gesicht blickte. So fehlte es der Prinzessin weder an Schönheit, noch an sonst irgendetwas. Schon gar nicht an Spielzeug. Doch nur etwas nannte sie ihr Lieblingsspielzeug: Die goldene Kugel. Am liebsten zog sie sich mit ihr in den dunklen, finsteren Wald zurück, wo sie am Brunnen mit ihr spielte. Doch eines Tages fiel ihr die Kugel in den Brunnen. Ein Frosch holte der Prinzessin die Kugel heraus. Er wollte sie ihr allerdings nur wieder zurückgeben, wenn die Prinzessin ein Versprechen einhält: Fortan alles mit dem Frosch zu teilen. Doch die Prinzessin dachte nicht daran und eilte stattdessen zurück ins Schloss, wo ihr Vater sie mit drei Prinzen überraschte, die sie später heiraten sollte. Als erstes stellte sich der Franzl aus Bayern mit einem Schuhplattler vor. Dann Prinz Jean-Pierre aus Frankreich mit einem Chanson. Und schliesslich der spanische Prinz Julio als Torero. Doch keiner von ihnen fand Gefallen an der Prinzessin. Anstatt zu bleiben, zogen sie alle wieder von dannen. Alleine zurück blieb die Prinzessin in ihrem Zimmer, als sie plötzlich durch ein Klopfen an der Schlosstür von ihrem Bett hochschrak.

Ein Abschied, bei dem es nicht ohne Tränen ging

Die meisten der vielen Kinder gestern im TAK konnten es sich  denken, wer beharrlich an die Schlosstüre hämmerte. Doch war wahrscheinlich den Wenigsten bewusst, dass Schauspielerin Katja Langebahn mit ihrer Grimm & Co.-Märchenserie gestern zum letzten Mal auf der Bühne stand. Nach 18 Jahren hat sie sich entschlossen, dieses Kapitel zu beenden. Lange habe sie sich auf diesen

Abschied vorbereitet, ohne Tränen ging es gestern dann doch nicht. «Ich durfte in all den Jahren in so viele Rollen schlüpfen und mit den verschiedensten Figuren wie Zwerg Nase, Rumpelstilzchen oder dem tapferen Schneiderlein zu verschmelzen», sagt sie. Dass ihr dies stets professionell und sehr authentisch gelang, beweist der Erfolg über Generationen hinweg. Zwar sei sie stolz, mit Grimm & Co. eine Eigenproduktion auf die Beine gestellt zu haben, die so lange gespielt wurde wie noch keine zuvor. «Es ist mir aber auch bewusst, dass dies ohne die jahrelange und tatkräftige Unterstützung von Georg Biedermann und Martin Hilti, stellvertretend für alle technischen Leiter, in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Dafür bin ich sehr dankbar», so Katja Langenbahn. Dankbar ist auch Georg Biedermann in der Funktion als Leiter des Kinder- und Jugendtheaters. Auf der Bühne und mit grossem Applaus des Publikums verabschiedete er sich von der Schauspielerin. «Es war eine fantastische Reise», sagte er. Mit Bildern gab er einen Einblick in diese unvergessliche Reise, die einmal mehr bewiesen, wie facettenreich und wandelbar Katja Langenbahn als Schauspielerin ist. Begleitet haben die beiden in dieser Zeit die Regisseure Jutta Hoop, Mathias Ospelt, Thomas Beck und schliesslich Jacqueline Beck.

Finale mit zwei jungen Schauspieltalenten

«Unfassbar stolz» war Katja Langenbahn gestern auch auf ihren Sohn Zeno, der nach dem «Tapferen Schneiderlein» nun zum zweiten Mal mit seiner Mutter auf der Bühne stand und gleich vier Rollen verkörperte: Der Vater der Prinzessin, als Franzl aus Bayern, Jean-Pierre aus Frankreich und als feuriger Spanier Julio. Fazit: Viermal in eine Rolle geschlüpft, viermal komplett überzeugt. Derzeit arbeitet Zeno Langenbahn als technischer Leiter im Kunstmuseum. Sein Traum aber ist es, in die schauspielerischen Fussstapfen seiner Mutter zu treten und, gegebenenfalls nächstes Jahr, eine Schauspielschule zu besuchen.

Von der Schauspielerei leben zu können, ist auch ein Traum von Noah Schädler, der gestern in der Rolle des Frosches und späteren Prinzen zu sehen war. Ihm gelang es, insbesondere durch seine Mimik zu überzeugen. Das Talent ist  dem jungen Mann damit gegeben und es bleibt zu hoffen, dass Katja Langenbahns Abschied von Grimm & Co. für ihn auf der TAK-Bühne eine erfolgsversprechende Premiere war.

Und nicht falsch verstehen: Katja Langenbahen verabschiedet sich lediglich von Grimm & Co. Andere Projekte werden mit Sicherheit folgen. Zum einen im November «Die Vernissage – im Anderland» mit Jacqueline Beck. Und zum anderen wird es ein vielversprechendes Kabarettprojekt mit ihrem Bruder Jürgen Schremser geben.

Vom Frosch von Brunnenhofen zum Prinzen

Eine Frage bleibt nun noch offen: Wer hatte denn nun an die Schlosstür geklopft? Natürlich: Der Frosch von Brunnenhofen. Klingt zwar adlig, dennoch bleibt er als Frosch für die Prinzessin abstossend glitschig. Bis sie seinem grössten Wunsch nachgekommen war: Ihn zu küssen. Die Prinzessin nahm schliesslich ihren ganzen Mut zusammen und überwand ihren Ekel. Hastig gab sie dem Frosch einen Kuss – und staunte nicht schlecht, als dieser sich in einen adretten Prinzen verwandelte. Es wurde die Kutsche bestellt und Hochzeit gefeiert. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

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